Abgeschlossene Projekte

TUSCH-Projekt 2018 – 2020/21

Die TUSCH-Partnerschaft zwischen dem Theateratelier vom Projekt Bleichstraße 14H / Offenbach und der Grundschule Bieber/ Mauerfeldschule in Offenbach startete mit Beginn des Schuljahres 2018/19 und befindet sich jetzt im dritten Jahr der Zusammenarbeit.

Die Kooperation der beiden Institutionen besteht schon einige Zeit und basiert neben theater-pädagogisch vorbereiteten Theaterbesuchen unterschiedlicher Klassen der Außenstelle der Grundschule Bieber im Stadtteil Bieber – Waldhof (Ottersfuhrstraße), auf einem intensiven Theaterworkshop im Rahmen einer Projektwoche. Ziel dieser Zusammenarbeit war und ist es, den SchülerInnen Theaterarbeit in all ihren Facetten (Stückentwicklung, Bühnenbild und Schauspiel) näher zu bringen.

Das aktuelle TUSCH-Projekt in der Klasse 4b, an dem insgesamt 12 Schülerinnen und 11 Schüler im Alter zwischen 9 und 11 Jahren teilnehmen, setzt sich auf Wunsch der Kinder theatral mit dem Thema Plastikmüll auseinander. Es wurde schon im Schuljahr 19/20, zu „3b-Zeiten“, begonnen und musste pandemiebedingt pausieren. Die Beschäftigung mit der Müllproblematik stand zu dieser Zeit an der Schule mit im Fokus der Bildungsarbeit.

Schon während des Startworkshops im Oktober 2019 zeichnete sich ab, dass die Kinder starkes Interesse und Spaß an szenischem Spiel, Arbeit mit Objekten und Stückentwicklung haben. Dies ist die Basis für die Zusammenarbeit der Kinder mit den Schauspielerinnen Ulrike Happel und Sabine Scholz und der begleitenden Klassenlehrerin Frau Franke. Das Stück „Klassenfahrt mit Nebenwirkung“, an dem auf Wunsch der Kinder die Proben jetzt fortgesetzt werden, entstand aus den Ideen und den sehr spielfreudigen Improvisationen der SchülerInnen. Es war geplant, es im Juni im Rahmen des TUSCHpektakels 2020 im Gallustheater in Frankfurt zur Aufführung zu bringen, was leider wegen der Corona-Krise nicht stattfinden konnte. Im Einvernehmen mit der Schulleitung und der Projektleitung von TUSCH wird die Theaterarbeit mit der 4b fortgesetzt. Den TUSCH-Regularien entsprechend sind die Schauspielerinnen normalerweise nur für ein Schuljahr in der gleichen Klasse. Alle Beteiligten freuen sich nun auf die erneute Zusammenarbeit und hoffen, dass das Stück in 2021 einen erfolgreichen Weg auf die Bühne und zum Publikum findet…

Im 2. Halbjahr 2020 fand in Kooperation mit der Wilhelmschule (Offenbach) und FLUX das neue Projekt „Hallo Zukunft!“ über die Förderung tanz+theater machen stark als Intensivkurs in den Herbstferien statt. Nachdem die Schauspielerinnen alle Klassen der Jahrgangsstufen 3 und 4 zu den Impulstagen des Projektes in der Schule besucht und mit ihnen gearbeitet hatten, waren zwei Kurse geplant zu denen sich die Kinder anmelden konnten. Coronabedingt hatten wir die Teilnehmerzahl reduziert und die Jahrgänge sollten nicht gemischt werden. So galt das Kursangebot in der ersten Ferienwoche für SchülerInnen der dritten und in der zweiten Ferienwoche für SchülerInnen der vierten Klassen.

Die Kurswoche der Drittklässler war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Mit viel Spaß und Eifer wurde zum Thema improvisiert und Objekte gebaut. Ausgehend von Alltagsszenen zu Familie, Freunde und Schule zeigten die Kinder spielerisch die Bedingungen für eine – nach Ansicht der Kinder – schöne Zukunft. Werte wie Gesundheit, Freiheit, Freunde und Familie waren ihnen sehr wichtig. Ihre individuellen Zukunftswünsche reichten von „als Pilot um die Welt reisen“ bis zu „eine Villa mit Pool besitzen“. Die Kinder erfanden sich auch als Jungforscher, die in einem Wissenschaftlerkongress ihre zukunftsweisenden Entwicklungen und Erfindungen vorstellten. Ein fliegender Bus ohne Abgase, ein Computerprogramm um Tiersprachen zu übersetzen, ein Roboter für den Haushalt und natürlich ein Mittel gegen Corona wurden u.a. präsentiert. So entstand eine abwechslungsreiche Szenencollage, die zum Kursabschluss vor Eltern und Geschwistern in einer gelungenen Präsentation vorgestellt wurde. Durch die erforderlichen Hygienemaßnahmen in der Pandemiezeit konnten leider nur wenige Familienmitglieder teilnehmen.

Zum Leidwesen der Viertklässler musste die zweite Kurswoche durch den extremen Anstieg der Anzahl Infizierter in Offenbach abgesagt und in die Osterferien 2021 verschoben werden.

Mit dem Klingspor Museum verband uns 2020 die Fortsetzung der Kooperation über das Programm des BKJ (Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.) mit dem Namen „Künste öffnen Welten“. Nachdem in der zweiten Winterferienwoche im Januar ein Ferienworkshop zu dem Thema „RAUMgreifend II POPUP -Theater märchenhaft“, für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren stattgefunden hat und die jungen Darsteller mit großem Elan , Spielfreude und durchaus ungewöhnlichen Ideen unter professioneller Anleitung das Thema Märchen kreativ bearbeitet und mit großem Erfolg auf die Bühne im Theateratelier gebracht haben.

Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Konzept des geplanten Sommer-Workshops geändert werden. So gab es in den ersten beiden Ferienwochen jeweils einen Kurs eine kleinere Gruppe von Teilnehmerinnen. Unter dem Motto: „Was ein Müll! Neue Mode aus Verpackungsmaterial“ wurden gleich zwei außergewöhnliche Modenschauen im Hof des Büsingpalais präsentiert.

Die geladenen Gäste konnten freche und außerordentlich kreative Modemodelle bewundern, die die Kinder, ausnahmslos Mädchen im Alter von 8-12 Jahren, aus Wertstoffen, vorwiegend Plastik- und Papierabfällen, im Sommerferienangebot des Klingspor Museums hergestellt hatten. Während der beiden Workshopwochen erfanden sich die Teilnehmerinnen der jeweiligen Kurse, als Modedesignerinnen. Sie erdachten sich Namen, Lebensläufe und Karrieren als international Tätige in der Modewelt.

Angeleitet und unterstützt von der Museumspädagogin Dorothée Ader und den Schauspielerinnen Ulrike Happel und Sabine Scholz vom Theateratelier Bleichstraße 14H, fertigten die Mädchen Skizzenbücher für ihre Modellentwürfe, diskutierten über Müllprobleme und nachhaltige Mode. Sie besichtigten zu Beginn jeder Kurswoche auch die derzeitige Ausstellung „Körper und Identität“ im Klingspor Museum, um für die verschiedenen Bedeutungsebenen von Kleidung sensibilisiert zu werden. Inspiriert von ihren Eindrücken kreierten die Teilnehmerinnen neue Looks für Sommeroutfits, Gala-, Hochzeits- und Alltagsmode. Zusätzlich zu den Modemodellen für die „moderne Frau“ entstanden auch Outfits für die vierbeinigen Lieblinge. Jeweils am Freitag wurde der Ablauf einmal geprobt und dann vor geladenen Gästen auf dem „Büsingcatwalk“ präsentiert. Die Zuschauer belohnten mit einem tollen Applaus die beeindruckenden Eigenkreationen der jungen Künstlerinnen.

Die beiden kostenfreien Workshops wurden mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Gesamtprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ gefördert. Die Fördermittel werden über Programmpartner verteilt. In diesem Fall kam die Förderung über die BKJ – Bundesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. über das Programm „Künste öffnen Welten“. Neben dem Klingspor Museum und dem Projekt Bleichstraße 14H e.V. waren die Albert-Schweitzer-Schule und das KJK-Sandgasse weitere Kooperationspartner.