Archiv der Kategorie: ehemals-aktuell

Theater »Die Schmiere« erneut zu Gast im Theateratelier

Sechs weitere Spieltermine im Dezember.

Samstag, 1.12.2007 20.00 Uhr
Reform mich, Baby -eine erotische Politsatire in 3 Akten
Das Stück handelt unter anderem von zwei verliebten Krankenschwestern, von Hartz IV Empfängern, der allgemeinen KO-Krankenkasse AKO und natürlich von Hartmut: er wollte eine neue Brille und entfesselt das Grauen. Die vier Darsteller Anne Georgio, Gabriele Meyer, Heinz Harth und Georg Klein sind während der erotischen Tragik-Komödie in sieben Rollen zu sehen. Regie zu dieser neuesten Schmiere-Produktion hat Jo van Nelsen geführt.

Donnerstag, 6.12.2007 20.00 Uhr
Reform mich, Baby -eine erotische Politsatire in 3 Akten

Freitag, 7.12.2007 20.00 Uhr
Komm doch endlich! – Kabarett, Satire, Szenen
Effi B. Rolfs, Christina Wiederhold, Matthias Stich und Klaus Tessnow warten. Und zwar auf den Aufschwung. Und seine Nebenwirkungen wie Leistung. Und auf den Sinn schlechthin. Die Schmiere als Mittel gegen den „Jammervirus.”

Donnerstag, 13.12. 20.00 Uhr
Reform mich, Baby -eine erotische Politsatire in 3 Akten

Freitag, 14.12.2007 20.00 Uhr
Achtung: Möpse! – Kabarett, Satire, Szenen

Samstag, 15.12.2007 20.00 Uhr
Draussen nur Kännchen – Kabarett, Satire, Szenen

Infoansage: 069 – 28 10 66

www.die-schmiere.de

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»Klezmer, Didgeridoo und Malaktion« (1.07.2007)

Mainuferfest-Impressionen von der Mainstraße Ecke Herrnstraße aus gesehen

Offenbach (dk). Pünktlich zum Mainuferfest der Offenbacher Vereine am 3o. Juni und 1. Juli waren sie da, unsere Herbst- Winterprogramme. Sie fanden reißenden Absatz. Sogar Stapelweise. Stapel, die an den Ständen des Heinrich-Heine-Clubs und anderer und Symphatisanten ausgelegt wurden. Danke für Eure Unterstützung beim Versuch, unser Programm unters Volk zu bringen. Danke auch an alle Besucher auf dem pensionierten fliegenden Teppich in unserem Beduinenzelt, die uns und vielen anderen Gästen mit ihrer Musik -und ihren herrlich prickelnden Getränkespenden- viel Freude bereitet haben. Trotz absoluter Personalknappheit haben wir wieder mehr als bloße Präsenz gezeigt und sicherlich dem einen oder anderen Offenbacher klar gemacht, dass es uns gibt. Ja, immer noch ungläubige Gesichter bei der Mitteilung, dass es in der Möchtegern – Großstadt ein kleines, aber feines Theater gibt. „Das habe ich nicht gewusst”, „Da war ich noch nie!”, „Dasses so was hier gibt? Warum erfährt mer des net?”

Nun ja, was sollen wir denn noch tun? Sabine bediente unsere „Kunden” jenen Verteilern ähnlich, die den „Wachturm” dezent an den Mann bringen. Gundula Ödmann drückte unsere Programme jenen mit Kommentaren in die Hände, die es gerne offensiver wollten. Und Rabattscheine für die herbstliche Wiederaufnahme von Ödmanns Out Of Offenbach gabs gratis obendrein. Die Liegestühle im Aktions- Doppelpavillon machten es deutlich: Die Ödmanns verreisen im Herbst wieder mit dem Emotional Cyber Space Simulator. Schon jetzt die herzliche Einladung dazu.

Und zu den anderen Programmangeboten, die Ihr auf unserer Programmseite einsehen könnt. Natürlich waren Berthold und Gundula auch wieder im „Freigehege” Mainuferfest unterwegs, wo alle Spielarten der Evolution vertreten waren. Da hatte „de Herrgott widder sein Sack ausgeschütt”, wie Gundula zu sagen pflegt. Pfadfindermäßig korrekt leisteten die Ödmanns auch die Pflicht einer guten Tat pro Tag ab und halfen einer Ameise über die Hauptverkehrsader Mainstraße. Leider wurde Gundula („Was wird bei Frösch für Gedöhns gemacht! Un Ameise hawwe kei Lobby – Sie!”) kurz abgelenkt und schon klebte das kleine Wesen an einer unbekannten Schuhsohle. Schade eigentlich. Doch der gute Wille war da.

Während Berthold und Gundula ihr Innerstes nach Außen kehrten und nicht Verständnis, sondern Gelächter ernteten, kreierten Kinder im Doppelpavillon unter Anleitung unseres Malerkollegen Andreas Masche eine fantastische Unterwasserwelt mit Quallen, einem Riesenhai, kleinen Fischen, Muscheln, Kraken. Stundenlang musste Andreas immer wieder Farben nachfüllen, und immer wieder kamen junge Mainuferfestgäste, um das großformatige Meeresblau mit weiteren Lebewesen zu bevölkern. Eine großartige und gelungene Aktion, unter deren Teilnehmern wir auch den Gewinner einer Eintrittskarte für ein Kinderstück im neuen Programm auslosen werden. Das Bild selbst – es wird in der Bleichstraße 14 H zu sehen sein. Denn die Frage eines jungen Malers -„kann man das kaufen?”- beantwortete Andreas mit einem klaren „Nein.“

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»Dieses war der letzte Streich…« (2.06.2007)

Kleines Finale im Theateratelier

Offenbach (dk). Die „kleine Private” muss nicht immer nur die Verkaufsanzeige in der Tageszeitung sein. Es könnte sich auch um die kleine private Feier im Theateratelier handeln, mit der eben die Frühjahressaison 2007 zu Ende gegangen ist.

Zwischen Markklößchensuppe, Salat, Tafelspitz und Eiskremedessert gab es Bühnendelikatessen von „Omlet” frei nach Shakespeare in der Version des überge­wichtigen Chefkochs Günter Buick, Sicherheitseinweisungen für die Benutzung von Notausgängen von Elvira Schröder und „Maggi” aus dem großen Koffer von Spezialist Bert Bös. Bei Gundula Ödmann schließlich wurde es gar feurig, Funken sprühten bis an die Decke, und – wer hätte das gedacht – Gundula blieb unversengt. Flaschen leer, wir haben fertig. Zumindest im Theateratelier. Bis zum Herbst.

Aber draußen geht es weiter. Zunächst beim Mainuferfest der Vereine am 30. Juni und 1. Juli. Nicht nur, dass unser Ateliernachbar Andreas Masche an unserem üblichen Stand Mainstraße Ecke Herrnstraße eine Art Malworkshop für Kinder plant, auch ein Diggeridoo Crash Kursus ist vorgesehen und aus dreißig Rohren sollen die Flanierer des Vereinsfestes die volle Breitseite ab bekommen. Wie sagt Oberchefsprecherin Dagmar Offenhoff immer so schön: „Wir dürfen gespannt sein.” Sind wir auch.

Am Stand druckfrisch erhältlich auch unser neues Programm für Herbst/ Winter 2007. Viele spannende Veranstaltungen werden wir nicht nur versprechen, sondern auch durchführen. Dazu schon jetzt die herz­lichsten Einladung an alle Theaterfreunde und Liebhaber guter Unterhaltung. Auch die Ödmanns kommen wieder. Ödmanns Out Of Offenbach wird für mehrere Abende wieder ins Programm rücken. Wir sagens jetzt schon. Damit hinterher keins sagt: „Ach hätt ich das früher gewusst.” Ansonsten halten wir natürlich wie üblich Ausschau. In erster Linie nach Sponsoren und Mäzenen. Denn wir würden nichts lieber machen als eine neue Produktion. Doch wie sagt der Offenbacher: „Greif emal emme nackte Mann in die Dasch.” Und da hatter recht, der Offenbacher.

Ansonsten wünschen wir Euch einen warmen Sommer, erholsame Ferien, und der Zukunft alles Gute.

Euer Team vom Theateratelier Bleichstraße 14 H

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»Panischer Poet« (15.05.2007)

Poetry Slam im Theateratelier

Offenbach (dk). Er schreibt sich „Lenhart”. Aber wie spricht er sich? „Lehnhart”, „Lennhard”, oder „Lenhart” mit „dt” am Ende? Insgesamt gibt es jedenfalls 17 Möglichkeiten, seinen Namen falsch zu schreiben, auszusprechen. So sieht es der Panische Poet selbst, der am 3. Mai vor vollem Haus im Theateratelier Bleichstraße 14 H seine sprachakrobatischen Kapriolen präsentierte. Da wurden Silbenendungen mit dem Anfang der folgenden Worte verknüpft. Sprachökonomische Verdichtung könnte man sagen.

Vokale schickte Hans Jürgen Lenhart in den Vorruhestand und somit waren sie nicht mehr Existent für einen gewohnten Wort- oder Satzbau. Worte, Sprache, sie wurden zu zweckfreiem Rhythmus. Und dennoch war die Basis allen Tuns an diesem Abend die Sprache. Natürlich mit vollem Körpereinsatz. Ob mit übergehängtem Tuch eigene Texte rezitierend, oder mit Tennisbällen im Mund und dem Versuch, aus selbigem noch verständliche Äußerungen herauszubringen. Lenhart jonglierte mit Worten und deren Bedeutung. Bedeutungen! Denn seine dichterische Spur änderte sich dann, wenn doppeldeutiges sich anbot. Die Sprache als Gleis mit Weichen.

Und der Panische Poet folgt keinesfalls dem Geläufigen. Er biegt ab. Überrascht seine Zuhörer, ja lässt sie auch einmal hilflos zurück, ehe sie den „Anschlusszug” kriegen und wieder folgen können. Das dauert manchmal. Aber so ist eben Sprache und das Spiel mit derselben. Jandel, Schwitters, Valentin. Namen, die Lenhart als Orientierungsbilder in seiner Ankündigung malt. Zu hoch gehängte Vorbilder, fand die Presse. Doch gerade die Presse braucht eben jene Schubladen, um etwas einordnen zu können. Sonst wäre sie vielleicht gar nicht da gewesen.

Hätte sich der Panische Poet als sprachlicher „Makramekünstler” oder verbaler „Patchworkartist” angekündigt, wer von den lieben Kollegen aus den Verlagshäusern hätte schon etwas damit anfangen können und wäre dem Ruf der kommunikativen Verlockung der anderen Art gefolgt? Wohl keiner. Wie wir sehr gut wissen. Und ein Mordsspaß war der Abend allemal. Schwitters hin, Jandl her. Es ist gut und wichtig, dass für manche Menschen heutzutage noch nicht alles gesagt ist mit „Cool” oder „Ey Geil”. Auch wenn dieser Wortschatz, mit dem heutzutage ganze Unterhaltungen geführt werden, schon fast wieder Dadaistisch anmutet.

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Fotos: Herrmann


»Rund gelutscht und abgeheftet « (27.02.2007)

„Auszugsmarsch” für „Alles Konfetti” – Eine Nachlese

Offenbach/Langenselbold (dk). Die Aktenschlacht ist geschlagen, die Konfetti akribisch nachgezählt und normgerecht in Kästchen gestapelt (fein säuberlich nach Größe, Form und Farbe), und die Luftschlangen mit Überlänge haben unsere „Sonderpraktikanten” mit Hilfe der „Messkörper” aus dem Publikum auf die verordnete Länge gebracht und ordentlich zusammengerollt.

„Alles Konfetti” ist Geschichte. Aber eine, an die sich rund 400 Zuschauer bei insgesamt sieben Veranstaltungen -zwei mal wurde der Aktenwahnsinn im ausverkauften Langenselbolder Schlosskeller zelebriert- erinnern werden, wenn sie tatsächlich im Amt anrufen oder mit Verordnungsbestimmungen konfrontiert werden. Die Sekretärinnen Freymann und Fröhling haben in dieser Hinsicht ganze Arbeit geleistet.

Hüftgelenksvertreter Dr. Gero Lenzensberger, der irrtümlich ins Amt zur Entwicklung und Durchsetzung neuer Verordnungen gestolpert war und ans Gesundheitsamt verwiesen wurde, irrt dem Vernehmen nach immer noch durch die endlos langen Flure des Amtes. Zuletzt sei er vom Büroboten Schmidt in der Kartenabteilung des Liegenschaftsamtes gesichtet worden.

Reisekauffrau Rita Schwanthaler ist wieder ausgenüchtert und kann sich dem Vernehmen nach an „überhaupt nichts mehr” erinnern, und Zauberer Harry Keaton futtert seine Glühbirnen wieder am heimischen Frühstückstisch, während Abbie ihren Seiltrick jetzt mit Bandnudeln übt. Indigo Nightmare hat sich von ihrem Treppensturz erholt, will aber dennoch weiter Singen. „Die Welt braucht Melancholie”, so die Diva gegenüber wem auch immer.

Schlechte Zeiten für den Caterer Robert Müller, an dem der erhoffte Aufschwung wegen der ausgebrochenen Fastenzeit spurlos vorübergeht. Er arbeitet deshalb als Aushilfe am Suppentopf in einer Volksküche. Und Amtsleiter Burkhardt von Ihm? Er brütet angeblich über eine Normverordnung für die Farbgebung bestimmungsrechtlich zugelassener Ostereier von frei laufenden Hasen aus Bodenhaltung. Die Sekretärinnen Freymann und Fröhling indes quittieren diese Behauptung mit einem hysterischen Kichern. „Der treibt sich doch nur wieder auf irgendwelchen Schmuddelseiten im Internet herum”, so die Vorzimmerdamen. Und die müssen es schließlich wissen…

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»Auch Fasching muss ,verordnet‘ werden!« (30.01.2007)

Amt zur Durchsetzung neuer Verordnungen nimmt seinen Betrieb auf

Offenbach (dk). Langsam aber sicher wandelt sich das Theateratelier in der Bleichstraße 14 H zum Büro. Über die Faschingszeit wird dort nämlich das „Amt zur Durchsetzung neuer Verordnungen” einziehen. Und derer gibt es gerade in der Faschingszeit mehr als genug.

Änderungen in der Konfettiverordnung machen Prüfungen der Fallgeschwindigkeit ebenso notwendig wie eingehende Kamel­lentests bezüglich deren Durchschlagskraft auf dünne Schädeldecken. Sekretärin Penny Fröhling ist am Rande des Nervenzusam­menbruchs. Doch Hilfe naht in Person von Frau Freymann, die zunächst einmal die EDV Anlage außer Kraft setzt. Auch das noch! Jetzt ist es natürlich am Büroboten Schmidt, die schriftlich niedergelegten Verordnungen aus dem Archiv im Keller herauszusuchen. Papierkram eben…

Gut dass Amtsleiter Burkhard von Ihm wenigstens die neue Trötenverordnung zur absoluten Chefsache erklärt. Da bleibt für Fröhling und Freymann wenigstens noch ein bisschen mehr Zeit, um die am Ascher­mittwoch stattfindende Faschingsfeier des Amtes vorzubereiten.

„Alles Konfetti” vom Ensemble des Thaterateliers ist eine irrwitzige Bürosatire für alle karnevalsmüden Geister. Auch wenn die närrische Zeit zuweilen in das Büro schwappt, sie wird genauso schnell wieder vertrieben. Aber verleugnen oder tot schweigen lässt sie sich nicht.

Dafür sorgen Ulrike Happel, Dieter Kögel, Ralf Reichard, Sabine Scholz und als Gäste die Zauberer Abbie und Harry Keaton. Die Premiere für „Alles Konfetti” findet am 8. Februar, 20 Uhr, in der Bleichstraße 14 H statt. Weitere Öffnungszeiten des Amtes sind am 9. Februar, und am 15., 16. und 17. Februar jeweils um 20 Uhr. Karten sind im Vorverkauf erhältlich bei der OSG, Salzgässchen 1, im Buchladen am Markt, Wilhelmsplatz 12, und im Ring-Center, Odenwaldring 70.

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»Auf ein Neues… « (15.12.2006)

Offenbach. Mit sehr gut besuchten Kindertheatertagen endete unser Herbst-/ Winterprogramm am 7. Dezember. Hier sei noch einmal der Firma Jahns Regulatoren gedankt, die durch ihr Engagement die beliebte Theaterreihe in diesem Jahr maßgeblich mit ermöglicht hat.

Doris Friedmann begeisterte zum Auftakt mit ihrem Stück „Die Froschkönigin” Kindergarten- und Schulkinder gleichermaßen. In minimalistischem Bühnenbild bot die Clownin mit ausdrucksstarker Mimik und hoher Spielenergie eine dichte Ereignisverknüpfung nach bekannter Vorlage der Brüder Grimm, aus weiblicher Sicht. Unter stets gelungener Einbeziehung und gekonnter Provokation, „Dies ist kein Fernsehen, hier braucht ihr eure Phantasie”, gelang es ihr sehr gut ihr Publikum von den Plätzen zu reißen und es mitfiebern, klatschen und zuweilen auch lautstark protestieren zulassen, wenn ein anderer Handlungsweg eingefordert wurde. Zum Schluss gab es das bekannte Happyend, die Froschkönigin bekam ihren Kuss und verwandelte sich auf offener Szene und vor staunenden Kinderaugen, durch einen raffinierten Kostümtrick, in die rosa bekleidete Prinzessin. Die Kinder spendeten begeisterten Applaus und mochten sich kaum von ihr trennen.

Leos Zaubershow rief bei den jungen Gästen tags darauf ungläubiges Staunen hervor. Mit seinem Publikum angeregt plaudernd verwandelte er Bonbons in Flummis, die sich wie durch Zauberhand verfärbten – und sich schließlich in Nichts auflösten. Unsichtbar wandernde Schwammbälle wechselten auf mysteriöse Art ihre Positionen, vom Publikum ausgesuchte Karten fischte der Magier mit einer Nadel aus dem dicken Stapel und die fast drei Meter hohe „Weihnachtspalme”, die Leo aus einer normalen Tageszeitung wachsen ließ, wurde am Ende gerecht aufgeteilt: Für jede Kitagruppe oder Schulklasse gab es einen „Ableger” mit auf den Heimweg.

Mit dem „geheimnisvollen Geschenk” rundete das Chaussee Theater am Donnerstag die Kindertheatertage mit einem Figurentheaterstück ab und zeigte abends deutlich, dass diese Theaterform auch für Erwachsene ein Heidenspaß sein kann. „Verführung nach Plan” hätte mehr Zuschauer verdient gehabt. Alleine wegen der zwei Mönche, die sich den Heiligenschein neideten, oder wegen der Geschichte um die große Vogeldame, die sich kurzerhand einen Menschen schnappte, um den lang ersehnten Nachwuchs zu zeugen. Frech, witzig und mit hinreißendem Charme ließen Anke Scholz und Billy Bernhard ihre Protagonisten agieren.

Und wir? Wir haben das Programm für die nächste erste Jahreshälfte dieser Tage fertiggestellt. Auf unserer Programmseite kann es eingesehen werden, nach Drucklegung findet Ihr es in gewohnter Papierform in Euren Briefkästen oder in den Vorverkaufsstellen ausliegend. Wir hoffen, dass wir Euch auch in den kommenden Monaten spannende und unterhaltende Theatererlebnisse bieten können und freuen uns auf Euren Besuch. Bis dahin wünscht das Team vom Theateratelier Bleichstraße 14 H -verbunden mit dem herzlichen Dank an alle unsere Helfer und Unterstützer- ein schönes Weihnachtsfest, ein friedliches neues Jahr, und natürlich „der Zukunft alles Gute.

Ach nein, Herr von Heddernheim. Heute nicht. Na gut, wenn es unbedingt sein muss, bitte sehr:

Aus Flaschen sturzbachartig fließt Sekt.
Weil jemand Sekt eingießt.
Egal jetzt wie das Alte war –
Wir trinken auf das neue Jahr.
Und trösten uns, von Sekt benommen:
„Es kann nicht mehr viel schlimmer kommen…“

Danke, Herr von Heddernheim. Na dann, Prosit Neujahr…

»Ramba Samba und Geburtstagskuchen « (06.11.2006)

Beste Stimmung bei XXL Revue und Jahresfest

Offenbach (dk). Drei mal volles Haus zur XXL Revue und zum Finale ein rauschendes Fest mit vielen lieben Gästen. So gefällt uns das! Und deshalb hier ein Dankeschön für Euer aller Kommen, ein Dankeschön an all unsere Helfer, die ehrenamtliche Stunden geschoben haben an Kasse, Theke oder Wischlappen, und ein Dankeschön an all jene, die am Samstag schwer beladen die Stufen zu den Ateliers hochgestiegen sind, um unser traditionelles Buffet anlässlich des Jahresfestes mit den tollsten Köstlichkeiten zu bereichern.

Und ein Dankeschön an Oberbürgermeister Horst Schneider und Günther Diehl vom Heinrich Heine Club. Beide überreichten ein Geburtstagsgeschenk in einem Kuvert. Wir können es gut gebrauchen. Ja wir würden sogar mehr davon nehmen…

Da kamen die Geburtstagskuchen, die Kurt und Günter drei Abende zuvor im Verlauf der Show unter schweißtreibender Mitarbeit mancher Revuebesucher gefertigt hatten, nicht ganz mit. Aufgegessen wurden die aber auch. Denn ein rund dreistündiges Programm macht hungrig. Und: Wir hatten ja gewarnt. Eine XXL Revue ist eben eine XXL Revue. Zwar waren die Versuche, nach dem ersten Abend manche Darbietungen zu kürzen, erfolgreich. Doch andere Geschichten wurden dafür wieder etwas länger. Es ist halt schwierig, 15 jähriges Schaffen in eine Normpackung zu gießen. Erst recht auch dann, wenn ein solcher Abend viele improvisative Momente enthält, die jeden Abend zu einem Unikat haben werden lassen. Die Gäste wussten es zu schätzen, und das freut uns sehr. Bei uns wurden sogar schon wieder vage Gedanken gewälzt, in den nächsten Theaterprogrammen genau dieses Genre weiterzuverfolgen. Wir werden sehen. Ihr auch.

Am Samstag schließlich strömten sie. Die Freunde und Förderer, die Kollegen, die Sympathisanten, die Hungrigen und die Durstigen, die Großen und die Kleinen. Open House im Projekt. Kleine Werkschauen in den Ateliers von Hans Jürgen Hermann und Andreas Masche, dazu leckere Häppchen mit Geschmäckern aus aller Herren Länder, ein Getränk und Gesprächspartner nach Wahl, und im Theateratelier der mitreißende Sound der »Los Amigos«, die mit ihren südamerikanischen Rhythmen einen magischen Tanzwahn auslösten. Live Musik bis Mitternacht! Da ließ es sich dann gut ausruhen vor den sieben Bildschirmen von Jochen Anderles „Zeitstrahl”, der mosaikartig Stationen aus 15 Jahren Bleichstraße wiedergab.

Und an einen kleinen bewegenden Moment soll hier auch erinnert werden: unsere kürzlich verstorbene Freundin und hochgeschätzte Kollegin Hilde Nied hat ihren Platz in unseren Räumen bekommen. Mit einer allegorischen Collage wird die Luxemburger Künstlerin Anne Weyer auch die bildliche Erinnerung an Hilde wach halten. Danke Anne für diese Arbeit.

Ach ja, Arbeit. Wo gefeiert wird, da fallen Krümel, Gläser und noch viel mehr. Das muss weg. Und zwar gleich. Also dann und in diesem Sinne, bis zum nächsten mal,

Euer Team vom Projekt Bleichstraße 14 H.

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»Filmwochenende im Theateratelier« (06.11.2006)

Sentimentale Reise, Ödmann TV und „Stockflame” auf Großleinwand

Offenbach (dk). Drei Filmproduktionen präsentiert das Projekt Bleichstraße 14 H am kommenden Wochenende im Theateratelier. Für sechs Euro können die Gäste am Freitag, 17. November, 20 Uhr, „Eine sentimentale Reise durch Offenbach” antreten und sich direkt im Anschluss über die ersten beiden bereits gesendeten Folgen von „Ödmann TV” amüsieren. Das Odenwälder Heimatabenteuer „Stockflame”, das sich um die Legende des Ritters von Rodenstein rankt und viele „Erstligisten” aus der hessischen Comedyszene vereint, ist am Samstag, 18. November, ebenfalls um 20 Uhr, zu sehen.

Dem musischen Offenbach vergangener Tage spürt der 1995 entstandene Film „Eine sentimentale Reise durch Offenbach” nach. Mit einem uralten Stadtplan versuchen Berthold und Gundula Ödmann sich in der „Großstadt” zurechtzufinden. Ein zweifelhaftes Unterfangen. Doch kommen im Verlauf des Filmes genügend Zeitzeugen zu Wort, die mit ihren Erfahrungen und Erinnerungen die Ödmannsche Verwirrung auflösen können. Im Anschluss an dieses höchst unterhaltsame Zeitdokument werden die ersten beiden bereits im „Offenen Kanal Frankfurt/Offenbach” gesendeten Folgen von „Ödmann TV” gezeigt. Die „provinzialen Sensationen satirischen Weltblicks”, die von Jochen Anderle konzipiert und realisiert worden sind, folgen den Ödmanns nicht nur zu großen Ereignissen in Offenbach, sondern auch in das traute Wohnzimmer. Dem Schauplatz des ewigen Geschlechterkampfes, den die schrullige Familie (Ulrike Happel und Dieter Kögel) natürlich auch im Film aufs Absurdeste zelebriert.

In einer ganz anderen Rolle ist Dieter Kögel vom Projekt Bleichstraße 14 H am Samstag auf der Leinwand zu sehen. Als untoter Dämon macht er seinem Gegenspieler Mathew Stockflame (Eric J. Kolb) und dem Odenwälder Volk das Leben schwer. Doch das Böse scheitert am Ritter Hans von Rodenstein (Roberto Cappelluti), der gelobt hat, sein Volk über den Tod hinaus zu beschützen. Autor und Produzent Christopher M. Packham von „little motion studio” aus Darmstadt hat die Legende des Ritters als Grundlage für sein „Fantasy-Trash-Heimatabenteuer” genommen und eine düstere Geschichte vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse darum gewoben. Und das mit einer bemerkenswerten Besetzung. Denn Vince Ebert, Bodo Bach, Dieter Thomas, Hendrike von Sydow, Bernhard Hoecker, Götz Otto, Robert Kreis, Christoph Sieber und Martin Schneider wirken in dem Streifen mit. Die Filmemacher Chris Packham und Ludwig Szebel haben allerdings auch die Dreharbeiten selbst mit der Kamera verfolgt, Schauspieler interviewt, und berichten über ihr Projekt, das mit geringstem Budget und höchstem Einsatz realisiert wurde. Das vorgeschaltete „Making Of” bietet einen Blick hinter die Kulissen und macht deutlich, wie schmal der Grat zwischen Höhenflug und Absturz sein kann. Die Vorstellung von „Stockflame” im Theateratelier ist die letzte öffentliche Aufführung einer erfolgreichen Tournee durch den Odenwald und angrenzende Kreise. Autor Packham hat bereits sein nächstes Filmprojekt im Visier. Mit dabei, wenn „Stockflame” sich am Samstag aus der Öffentlichkeit zurückzieht: Spezialist Bert Bös (Dieter Kögel) und Sicherheitsfachgehilfinnenanwärterin Elvira Schröder (Ulrike Happel), denen die Sicherheit Aller am Herzen liegt, bevor der Projektor angeworfen wird. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt beträgt 6 Euro, Karten gibt es ausschließlich an der Abendkasse.

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