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»Erste ernste ,Prüfung’ für Ödmann TV« (18.09.2006)

Preview im Theateratelier mit Gelächter und Kritik

Offenbach (dk). Zwei Dutzend der vielen ,Auserwählten’ waren am 11. September ins Theateratelier gekommen, um die erste Staffel von Ödmann TV in Augenschein zu nehmen. Auf Großleinwand, nicht auf Glotze. Denn wenn Gundula der Kamera so nahe kommt, dass selbst die feuchte Aussprache Spuren auf der Linse hinterlässt, das sollte dann doch schon in Überformat dargeboten werden. Ebenso wie die Gundula und Berthold Püppchen, die in »Out Of Offenbach« für Furore gesorgt hatten. Die sind nämlich auch dabei und gestalten szenisch das, was für Berthold und Gundula schier unaussprechlich ist. Die drei ersten Folgen von Ödmann TV flimmerten an besagtem Montag über die Leinwand und die Reaktionen machten Mut. Szenenapplaus, herzliches Lachen, ein aus tiefster Seele kommendes verstehendes Stöhnen – mal für Gundulas Situation, mal für die von Berthold – und einfach nur heiteres Glucksen bei den Nachrichten von Oberchefsprecherin Dagmar Offenhoff oder den ,Poemen’ des Heimatdichters Carl Maria von Heddernheim, der die Zuschauer am Schluss jeder Sendung mit lyrisch-literarischen Attentaten auf die Poesie in den Schlaf schickt.

Wohl dem der ein Kabel hat (oder dieses sich leisten kann), denn ab 28. September wird Ödmann TV im Offenen Kanal Frankfurt/Offenbach gesendet. Seid frühzeitig mit dem Abendessen fertig. Denn wenn um 19.14 Uhr Sören Hermandel die Mülltonne besetzt, Einwohner einer bislang geheim gehaltenen Gemeinde auf öffentlichen Plätzen aus Wein Wasser machen, und Gundulas Schnitzel wegen eines überflüssigen Telefonates in mehr Rauch als Schall aufgehen, dann ist es besser wenn Ihr Euch schon gesättigt habt. Oder besser doch erst hinterher was essen? Damit’s drinnen bleibt. Denn bereits das Intro macht schwindelig und ist eine Herausforderung für empfindliche Mägen. Behaupteten jedenfalls einige Besucher. Keine Angst! Übergeben hat sich keiner. Übergeben haben nur wir die ersten Ödmann TV´s der öffentlichen Kritik. Und die war sehr vielfältig. Vielen Dank an alle engagierten Mitdiskutanten und Ratgeber. Viele Tipps haben wir mit Interesse aufgenommen, andere Ratschläge sind bereits im Sinne der Ratgeber umgesetzt, wieder andere Einwände haben uns verdeutlicht, dass Ödmann TV keineswegs die glatte, mit dem Strich gebürstete und gefällige „Comedy” ist. Soll es ja auch nicht. Davon gibts genug. Bei Ödmann TV muss sich der Zuschauer seinen Spaß an der Sache schon ,erarbeiten’. Ob es Sehgewohnheiten betrifft, oder die Frage angeht, in welche Szenerie uns um alles in der Welt denn der letzte Schnitt gebeamt hat. Don´t worry, be happy! Manchen Zuschauer war das Format bei der zweiten Folge klar, andere hatten den Schlüssel zum tieferen Sinn beim Abspann nach der dritten Folge gefunden. Was die können, könnt Ihr schon lange… Ja, es war ein munteres Treiben der Argumente. Ein erbauliches Für und Wider. Ein eindeutiges „Ja aber…” und ein wohl meinendes „…ja könnt mer net…” in Verbindung mit einem definitiven „Habt ihr euch schon mal überlegt, dass…”. Aber alles lieb und ernst gemeint. Allen Beteiligten an dieser Stelle noch einmal herzlichsten Dank.

Dennoch möchten wir die Aufforderung und Empfehlung, am 28. September um 19.14 Uhr Ödmann TV im offenen Kanal einzuschalten, mit einem „Poem” des Heimatdichters Carl Maria von Heddernheim verbinden.
Obacht! Hier kommts:

Der eine mag den Fisch gern mit Zitrone,
Der andre isst ihn lieber ohne.
Wer Ketchup über Fritten drückt,
Ist für den Mayo-Fan verrückt.
Dem einen geht es richtig gut,
Wenn aus dem Rumpsteak fließt das Blut.
Was jener dort nicht sehen kann,
Weil gleich fängt er zu kotzen an.
Ihm schmeckt halt Schnitzel ungleich besser,
Wenn ers zerteilt mit seinem Messer.
Der eine strahlt beim Knoblauch essen,
Weil er von Knoblauch schier besessen.
Der andre findet es beschissen,
Will von Knoblauch garnix wissen.
Steht auf gekochte Weinbergschnecken,
Die noch in ihren Häusern stecken.
Streicht Kräuterbutter oben drauf,
Und isst sie -ohne Häuser- auf.
Einer ders mit angesehn,
Kann das nun wirklich nicht verstehn.
Das geht ihm furchtbar auf den Senkel.
Denn er steht mehr auf Fröschleins Schenkel.
Dazu ein guter weißer Wein –
Ach, das lassen wir jetzt lieber sein.
Wir woll´n uns nicht ums Trinken sorgen.
Sonst sitzen wir noch übermorgen.
Machen wirs doch einfach glatt:
Hauptsach´ Jedermann wird satt.

Danke, Herr von Heddernheim. Besser hätten wir das gar nicht ausdrücken können. Und hätten Sie vielleicht noch einen Gedächtnismerksatz für alle künftigen Zuschauer, dass sie die Premiere von Ödmann TV am Donnerstag, 28. September, im Offenen Kanal nicht verpassen? Nein? Schade. Dann bleibt nur noch der rote Eintrag in den Kalender. Do it yourself – und da der Papst wieder weg ist, können wir Euch ohne Inquisitionsangst einen Haidenspaß bei der Folge 1 von Ödmann TV wünschen. Und wir sind natürlich an Eurer Meinung interessiert. Unser Briefkasten unter oedmanntv[at]projektbleichstrasse.de steht Euch 29 Stunden am Tag zur Verfügung. Wir freuen uns auf Eure Post!

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»Schatten, Eiben und Salzbergwerke« (11.09.2006)

Große Resonanz bei Vernissageabend

Offenbach (dk). „Schatten und Strukturen” in unbestechlichem schwarz-weiß im Atelier für fotografische Gestaltung von Hans Jürgen Herrmann, Einblicke in ein stillgelegtes Salzbergwerk nahe Salzburg im Atelier von Andreas Masche und grob bearbeitete Skulpturen aus Apfelbaum, Eibe und anderen Hölzern, denen Gastaussteller Roland Zehetmeier mit der Kettensäge Ausdruck und Seele eingehaucht hat.

Das präsentierte das Projekt Bleichstrasse 14 H im Rahmen der Vernissagen am 8. September zu den diesjährigen ,Kunstansichten’. Und es geht am kommenden Wochenende weiter. Am Samstag, 16. September, von 15 bis 22 Uhr, und am Sonntag, 17. September von 15 bis 20 Uhr, sind alle Arbeiten im Rahmen des Rundgangs durch die Offenbacher Ateliers noch einmal zu sehen. Und zusätzlich gibt es Einblicke auf rückblickende Ausblicke des Theaterateliers auf Großklotze. Non Stop. Und fast ohne Unterbrechung. Da wird Berthold wieder mosern, Gundula meckern, und stadtbekannte Politiker werden ihren Parolen Paroli zu bieten versuchen. Ganz abgesehen von Natascha, die verloren geht… So ganz nebenbei. Aber seht doch selbst. Wir freuen uns auf euren Besuch. Und ein Besuch lohnt sich.

Fragt einfach mal nach bei Andreas, der seine schief geschnittenen Bilder einfach so präsentiert. Großformatig, nahezu schmucklos dargeboten. Und dann hängen sie da. In grün oder braun gehaltenen Tönen. Man sieht Räume mit Balken, Nischen, Ecken. Man wird erinnert an eine pathologische Anstalt, an Bunker, an unwirtliches, unterirdisches Leben. Beklemmend – aber auch faszinierend. Masches Arbeiten entstanden in einem stillgelegten Salzbergwerk nahe Salzburg.

Die Formen der Bilder werden umso plastischer, je mehr Andreas Masche von seinen Erlebnissen ,unter Tage’ erzählt. Jeder Raum habe eine andere Atmosphäre ausgestrahlt. Unterschiedliche Stimmungen, die in die Pinselführung eingeflossen sind. Eine fast rauschhafte Produktionsphase, bei der das braune Malpapier „einfach so von der Rolle abgerissen oder abgeschnitten wurde”, wie sich der Maler erinnert. Und damit seien auch die schiefen Ränder erklärt…

Leicht ins Plaudern kommt auch Roland Zehetmeier. Der Bildhauer zeigt Holzsskulpturen im Proberaum zwei des Theaterateliers. Figuren zwischen Leiden und Lieben, eingekapselt in sich selbst, oder dem Himmel entgegengewandt. Schnörkellos und ohne Schnickschnack führen die meist aus einem Stamm gehauenen Plastiken ihren stummen Dialog mit den Besuchern. Nicht immer allerdings lassen sich die künstlerischen Ideen wie geplant verwirklichen. Stößt Zehetmeier bei der Bearbeitung auf einen Ast muss umgedacht werden. Die Arbeit mit Holz erfordert Flexibilität, das Material sei „immer für Überraschungen gut”, meint der Bildhauer. Zuweilen greift Zehetmeier auch zu Farbe, um seine Plastiken partiell dezent zu betonen, um hervorzuheben oder zu unterstreichen. Immer aber in harmonischer Korrespondenz mit dem Eigencharakter des jeweiligen Holzes.

Die Ateliers im Projekt Bleichstraße also unbedingt beim Rundgang einplanen. Prädikat: Sehenswert!

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»Das ,Wanderkino’ in der Herrnstraße« (19.07.2006)

Eine Mainuferfest – Nachlese

Offenbach (dk). Der schallende Applaus aus dem schwarz abgehängten Doppelpavillon an unserem Stand beim diesjährigen Mainuferfest, die Stimmen von Berthold und Gundula aus den dusteren 18 Quadratmetern, und die Musik der »Wüste lebt Band« ließen am Samstag und Sonntag die vorbeiflutenden Menschen immer wieder stoppen. Ein vorsichtiger Blick durch den Eingang, und dann „Ahh ja. Des iss des Stück von damals…” Genau! Und zwar auf DVD, präsentiert auf einem Fernsehgerät, das vor 200 Jahren wohl noch als Großbildschirm durchgegangen wäre. Immerhin war das Gerät auch in der ,Jetzt-Zeit’ groß genug, um viele Besucher zum zuschauen und Platz nehmen auf den Holzstühlen zu animieren. Und zu schwelgen in Erinnerungen an einen fabelhaften Act zum Großstadtjubiläum oder um sich das anzuschauen, was man damals -weil ausverkauft- nicht hatte sehen können.

Und wer dann mit einem leisen Lächeln auf dem Gesicht das Zelt wieder verließ, der nahm gerne das frisch gedruckte Programm für die Herbst- Winter- Saison 2006 mit. Ja sogar die ersten Karten für die Geburtstagsveranstaltungen am 1., 2. und 3. November gingen über den Tisch. Denn mit der XXL-Revue wollen wir in diesem Jahr das 15 jährige Bestehen des Projekts feiern. Zu sehen sein wird das Beste aus 15 Jahren Bleichstraße und mehr. Viel mehr. Denn viele Kollegen, die in dieser Zeit alleine oder mit uns zusammen im Theateratelier aufgetreten sind, werden mit dabei sein. Und eine Dokumentation mit stehenden und bewegten Bildern wird den geschichtlichen Überblick komplettieren.

Logisch also, dass der „Gesellschaftspavillon” schrill geburtstäglich daherkam mit Plastikblumen geschmückt und entsprechenden Plakaten bestückt. Die Flasche Sekt am Sonntag galt allerdings nicht dem Geburtstag des Projektes, sondern dem Geburtstag von Ulrike Happel alias Gundula Ödmann, die ihren Jubeltag in diesem Jahr arbeitenderweise – „awwer mit viel Spasssss” – verbringen durfte. Denn Gundula und Berthold Ödmann nutzten das Fest des Jahres natürlich, um ordentlich Unruhe in die Gerüchteküche zu bringen. Das, was die beiden kolportierten, sorgte bei vielen Mainuferfestbesuchern für blankes Entsetzen und wirkte wie Öl für das Feuer der Aversion gegen eine Stadt im Westen.

Ja selbst politische Würdenträger schworen vor laufender Kamera, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen, die das verhindern will, was Frankfurt mit Offenbach vorhat. Ja was hat Frankfurt denn mit Offenbach vor? Wird erst in einer Folge von Ödmann TV verraten. Nur noch so viel: Berthold und Gundula waren außer sich, dass es auf einem Uroffenbacher Fest nirgendwo „Handkäs mit Musik un Sauergespritzte” gab. Nirgendwo? Doch! Bei den Naturfreunden gab es die Kneipenversion unserer Nationalmahlzeit. Und dann noch bei unseren türkischen Freunden, die den Ödmanns sogar Kostproben der türkischen Handkäsversion offerierten. Berthold musste zugestehen, dass die Teigtaschen, gefüllt mit Petersilie und Schafskäse wirklich sehr lecker schmeckten. Doch „mit Handkäs hat des se Lebdaach nix zu tun!” Und ausnahmsweise waren sich Berthold und Gundula in diesem Urteil einig. Erst unser Freund Peter Cezanne öffnete den Ödmanns am Bleichstraßenstand die Augen, als der Malerkollege einen eben solchen Handkäse von besagtem türkischen Stand verspeiste: Bereits beim ersten Biss in die Teigtasche fand der geschmolzene Schafskäse seinen Weg direkt in die Hand, die die Köstlichkeit hielt. Und was ist zerlaufener Käse in der Hand anderes als Handkäse. Egal woher. Oder Berthold?

Über den schweißtreibenden Abbau ab 20 Uhr schweigen wir hier besser. Zumal die beiden Tage extrem schweißtreibend waren. Aber es hat sich gelohnt. Es war ein schönes Fest, die Bleichstraße 14 H war auf höchst sympathische und charmante Weise präsent, die ersten Karten für die XXL – Revue sind weg, über 1000 Programme sind weggegangen und wir freuen uns alle auf ein tolles, spannendes und unterhaltsames Herbst- Winterprogramm, zu dem wir Euch alle gerne begrüßen möchten.

Und ganz am Schluss noch ein ganz DICKES DANKE an alle Freunde und Förderer, die während des Mainuferfestes bereit waren, an unserem Stand Dienst zu tun anstatt im Schwimmbad zu schmoren. Ihr habt uns alle sehr geholfen. MERCI vielmals!!!!!

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»Was hawwe mir en Spass…« (26.06.2006)

Offenbach (dk). Unangekündigt, überraschend, überfallartig sind Berthold und Gundula Ödmann in den letzten Wochen auf Offenbachs Straßen und Plätzen aufgetaucht. Kamera- und Tonmann im Schlepptau – und die Schlappmäuler auf volle Leistung hochgedimmt. „Offenbacher Woche”, Wochenmarkt, Fußgängerzone. Und: Bieberer Berg! Training der Brasilianer! Die 2 Tage vorher offiziell verschenkten Eintrittskarten erzielten an diesem Nachmittag Höchstpreise. Und Ödmanns mussten nicht „Out Of Offenbach”, denn die Welt war zu Gast bei Ödmanns. Auch wenn die grün-gelbe Welt vor dem Kickers Stadion weder rot weiße Schals, noch Kickersfahnen offerieren konnte. Schande über Schande!

Und Gundula? Sie wollte doch so gerne einmal „Samba Olek” tanzen. Doch der Brasilianer als solcher begnügte sich vor zurückhaltender Kulisse mit dem Tanz um den Ball. Von der in den Medien beschriebenen „tollen Stimmung” jedenfalls bekamen die Ödmanns vor Ort nichts mit. Immerhin warteten sie für eine Filmsequenz, in der Hochstimmung aufbranden und brasilianisches Temperament bis in die City schwappen sollte, erfolglos knapp 30 Minuten, ehe sie den Glauben an den Enthusiasmus angesichts der dunkelbraunen Kickerbeine verloren hatten und aufgaben. Nicht ohne wunderschöne Szenen im „Kasten” zu haben, in denen sich Gundula und Berthold mit dem Bieberer Berg und dem Brasilianer als solchem auseinandersetzen. Zusammen mit Berlinern, Chinesen, Brasilianern, Frankfurtern, ja sogar Offenbachern. Und auch was der Gedanke an Brasilien an Träumen sowohl bei Gundula, als auch bei Berthold auslöst, ist bereits abgedreht. Wie, das wird noch nicht verraten.

Aber Ödmann TV wächst von Woche zu Woche. Es wächst zusammen, was zusammen gehört. Ödmann TV wird eine szenische Wanderung, die von Offenbacher Ereignissen direkt in das Wohnzimmer der Ödmanns führt und von dort über Bertholds Mattscheibe hinaus in die große weite Welt, die so in die gute Stube gespült wird. Doch wir blicken auch hinter die Kulissen der Fernsehwelt. Dorthin, wo der Ablauf der Sendungen überwacht wird. Dort walten Elvira Schröder, ihres Zeichens Sicherheitsbeauftragte, und Bert Bös, langjähriger Spezialist im Sender, ihres Amtes. Die objektive Kamera fängt sie ein, die Internas, die Herr Bös unbeobachtet zum Besten gibt. Und die Ambitionen von Frau Schröder, die noch vor ihrer dritten Prüfung ihre Sicherheitstipps über Kabel und Satellitenschüssel auf die Bildschirme bringen möchte. Dreharbeiten, die bei weit über 30 Grad im Theateratelier in den vergangenen Tagen stattgefunden haben. „Endlich Sommer” heißt es draußen. Doch wir heizen drinnen noch mit Scheinwerfern und kochenden Festplatten hoch. Schlimm? Nöö. Denn nach den Drehs war regelmäßig klar: „Mir hamm Spass gehabt!” Auch wenn sich der vielleicht erst ein oder zwei Tage später einstellt. Im Angesicht der nächtlichen Schneidearbeit der Produktionsleitung. Wir sind jedenfalls auf dem Weg. Und voraussichtlich ab September wird die erste Staffel von Ödmann TV über den Offenen Kanal flimmern. Freut Euch drauf! Wir tun es auch.

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»Der Letzte macht das Licht aus…« (26.06.2006)

Theateratelier geht in die Sommerpause

Offenbach (dk). Mit Gabriele Kentrups Interpretationen von Liedern und Texten Bert Brechts fand das Winter-Frühjahrsprogramm des Theaterateliers am 12. Juni seinen Abschluss. Bilanz des ersten Halbjahres: Positiv! Großer Zuspruch für die Wiederaufnahme von „Ödmanns Out Of Offenbach”, großer Zuspruch für Premiere und Folgeveranstaltungen vom „Transatlantiksurfer” unseres Kollegen Ralf Reichard, volles Haus bei den Vormittagsveran-staltungen für unsere jungen Gäste, und durchaus befriedigendes Interesse bei den Gastveranstaltungen der Kollegen. Auch wenn wir uns in dieser Hinsicht noch mehr Beachtung der Gastspiele wünschen würden. Aber was nicht ist, das kann noch werden. Vielleicht schon im Herbst- Winterprogramm, das gerade im Entstehen ist und -wie gewohnt- spannende Theaterabende im Atelier garantiert.

Zentrales Thema des nächsten Programmes ist unser 15 jähriges Bestehen. Viele Kollegen haben bereits zugesagt, bei der Revue zum Bleichstraßen-Geburtstag mitzuwirken und an drei Abenden mit Comedy, Gesang, Jonglage, Satire

und Zauberei ein Programm auf die Beine zu stellen, das so schnell nicht mehr wieder zu sehen sein wird. Unser Tip: sofort ROT im Kalender anstreichen. Denn bereits beim Mainuferfest ( 15. und 16. Juli ) beginnt der Kartenvorverkauf an unserem Stand Mainstraße Ecke Herrnstraße für drei Abende voller Überraschungen im November.

Doch bevor es wieder novembermäßig nässt und fröstelt lasst uns den Sommer genießen. Wir wünschen unseren Gästen, Freunden, Förderern und Unterstützern nicht nur wettermäßig ein tolles Klima, in den Ferien eine überaus erholsame Seelenmassage zur Aktivierung der Abwehrkräfte gegen alle möglichen Alltagsbazillen und wir freuen uns, Euch alle im Herbst gesund, munter und bestens erholt wieder zu sehen. Und damit Ihr uns wieder seht – in neuen Rollen, in neuen Geschichten, mit neuen Szenen – dafür arbeiten wir den Sommer (fast) durch (siehe Ödmann TV).

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»Stockflame trifft Bert Bös« (08.05.2006)

Heimat-Fantasy-Trash-Kurzfilm am kommenden Freitag in Michelstadt

Offenbach/Michelstadt (dk). Bert Bös wird exportiert. Und zwar nach Michelstadt im Odenwald. Am kommenden Freitag, 12. Mai, 19 Uhr, wird Bert Bös bei einer Aufführung des Films „Stockflame“ das Programm umrahmen. Die Veranstaltung von little-motion-pictures findet im Foyer der Volksbank Michelstadt, Frankfurter Straße 1, statt, Karten gibt es zum Preis von 5 Euro unter der Ticket Hotline 06162918.

Der Kurzfilm „Stockflame“ basiert auf der Legende des Ritters von Rodenstein, der mit einem Fluch belegt durch die Zeiten Unheil und Krieg vom Odenwald abhalten soll. Doch der böse Holzdoktor macht dem Rodensteiner -und Mathew Stockflame- das Leben schwer. Durch alle Jahrhunderte bewegt sich das Trash-Fantasy-Abenteuer.

Schwertkämpfe, Aufstände Untoter und beherzte Müllmänner in ihrem Mülllaster sorgen für Fun und Action. Der Bösewicht in Gestalt des Holzdoktors wird von Dieter Kögel verkörpert, der in diesem Kurzfilm unter anderem mit Christian Sieber, Roberto Cappelluti, Gerald Kollek, Robert Kreis, Vince Ebert und Götz Otto vor der Kamera stand. In Gastrollen sind ferner Bernhard Hoecker, Martin Schneider, Bodo Bach, Hendrike von Sydow und Dieter Thomas zu sehen.

Geplant ist, den Film mit einem Rahmenprogramm in Zusammenhang mit einem Filmwochenende im November ins Theateratelier des Projektes Bleichstraße 14 H nach Offenbach zu holen. Inclusive der 30 minütigen Doku über die Entstehung des Streifens. Ein Blick hinter die Kulissen eines unüblichen Projektes. Ihr erfahrt hier an dieser Stelle, ob Stockflame im November nach Offenbach kommt. (Fotos: Peter Knapp)

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»Theateratelier bald mit zweitem Proberaum« (08.05.2006)

Arbeitseinsatz mit Flex, Muskelkraft und Wischmob

Offenbach (dk). Ein lang gehegter Wunsch der Mitglieder des Theaterateliers im Projekt Bleichstraße 14 H wird bald in Erfüllung gehen: Den rund 60 Quadratmeter großen an das Theateratelier angrenzenden Raum bald als zweiten Proberaum zur Verfügung zu haben und entsprechend nutzen, also auch an Interessenten vermieten zu können.

Nachdem zwischen Weihnachten und Neujahr die ehemalige Kleinküche vom neuen Atelier Masche abgetrennt und der Theaterfraktion zugeschlagen wurde, konnte in der vergangenen Woche mit dem Umstrukturierungsmaßnahmen begonnen werden.

Hochregal für Technik und komplettes Equipment werden künftig in den Nebenraum gelagert. Der zweite Proberaum ist damit bald nutzbar. Bald. Denn sowohl elektrotechnisch als auch baulich sind noch einige Veränderungen nötig, um ein ansprechendes Ambiente zu kreieren. Immerhin ist der erste und wichtigste Schritt gemacht und die Arbeit der vergangenen Woche zeigt bereits optisch, was aus dem Raum werden kann. Und das könnte sich sehen lassen… ( Fotos: Dieter Kögel)

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»König Fußball regiert auf Straßen und Plätzen« (06.05.2006)

Vorgezogenes Endspiel am letzten Dienstag in der Offenbacher Innenstadt

Offenbach (dk). Man muss künftig mit ihnen rechnen: Ralf Reichard und Torsten Blunk, bekannt als Ensemble Kroft und seit Urzeiten mit dem Theateratelier des Projekts Bleichstraße 14 H verbandelt, gehen auf die Straße. Unangekünfigt, Überraschend, Interaktiv. Mit dabei: ein fahrbares Spielfeld. Mittendrin: die Zuschauer. Reichard und Blunk als Botschafter für die wichtigste Nebensache der Welt.

Am vergangenen Dienstag zu sehen in der Offenbacher Fußgängerzone. Gebetsmühlenartig predigen sie vor sich her, dass „das Runde ins Eckige“ muss, ehe die Fanclubs eingeteilt werden und der Jubel geübt wird. Zwei Menschen aus dem Publikum sind es denn auch, die das vorgezogene Endspiel (derzeit Schweiz gegen Togo) austragen. Mit 30 Zentimeter großen Kickerpuppen wird auf die Tore gebolzt, ehe der Pokal vergeben werden kann. Eine halbstündige Aktion aus Comedy, Fußballsatire und Animation.

Nachdem das Ensemble Kroft am vergangenen Freitag die Innenstadt von Darmstadt -überraschend, unerwartet und interaktiv- überfallen hat, dürfen wir jetzt gespannt sein, wo das Duo als nächstes auftaucht und Südkurven rekrutiert. Also Augen auf. Denn Offenbach und sein Umland sind groß. Und wo große Schatten ihre Ereignisse vorauswerfen, da ist das Ensemble Kroft nicht weit….

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»Familie Ödmann besetzt Theateratelier« (18.04.2006)

Offenbacher Theaterbetrieb lahmgelegt – Ödmanns ignorieren Ultimaten

Offenbach (dk). Direkt nach dem Ende des offiziellen Winter-Frühjahrsprogrammes im Theateratelier des Projekts Bleichstraße 14 H hat die Familie Ödmann das Theaterate­lier besetzt. Am Samstag, 8. April, schaffte das stadtbekannte Ehepaar den wesentli­chen Tei seiner Habe auf die Spielfläche und richtete sich häuslich ein: Teppich, Sessel, Fernseher, Stehlampe, Beistelltisch und diverses Grünzeug nebst vorsintflutli­chem Volksempfänger drapierten sie genau dort, wo normalerweise lustige Dramen oder tragische Komödien über die Bühne gehen. Der Vorstand des Vereins Projekt Bleichstraße 14 H e.V. zeigte sich ratlos.

„Wir stehen ja alle irgendwie in der Besetzertradition, also fällt es uns sehr schwer, diese Besetzung per gesetzlicher Grundlagen zu beenden”, so der Vereins­präsident. Sein Vize ergänzt: „Die Ödmanns sind mittlerweile eine feste Größe in Offenbach. Man muss mit ihnen rechnen. Auch vor Gericht. Und soweit sollte es denn doch nicht kommen.” Dennoch ist der Verein in einer schwierigen Situation. Bereits am Montag, 24. April, wird die Weigerung der renitenten Familie, ihren derzeitigen Wohnort zu verlassen, für Probleme bei der Durchführung einer Veranstaltung des Heinrich-Heine Clubs, für erhebliche Probleme sorgen. Berthold Ludwig Ödmann äußerte sich, darauf hin angesprochen, folgendermaßen: „De Heine Club müsste eischendlich der Club sein, der für unser Anliesche des größte Verständnis hat.” Ödmann weiter: „Da kommt eine Sängerin, die kann auf unserm Deppisch singe, die kann unser Zimmer für die Zeit von ihrer Darbietung nutze, mir gehn derweil bein Jiri oder bein Panadopulos, aber wenn mir widder zurückkomme, dann sollte die Gäste fort sein.” Der Vorstand des Vereins hält dies für eine verhandelbare Möglichkeit, möchte aber im Grundsatz schon, dass die Ödmanns ihr derzeitiges Domizil möglichst rasch räumen. Immerhin, so die Schriftverführerin des Vereins, handele es sich bei einer Institution wie dem Theateratelier nicht um eine Mitwohn­agentur, sondern um einen Veranstaltungsort für mittel- bis hochwertige Präsentationen psychischer Zustände von Autoren, Schauspielern und Regisseuren. „Die Ödmanns haben da nichts zu suchen”, so die Schriftverführerin wörtlich. Die Entgegnung von Berthold klingt entwaffnend: „Mir suchen ja auch nix. Wir haben gefunden! Gefunden!” Ödmanns weitere Ausführungen gingen im Staubsaugerlärm von Gundulas elektrischem Helfer unter. Schade. Wir hätten gerne mehr erfahren.

Der Präsident des Vereins Projekt Bleichstraße 14 H hat verschiedene Persön­lichkeiten mit hohen Bestechungsgeldern beauftragt, die Ödmanns zum Aufgeben zu bewegen (siehe nebenstehende Bilder). Doch ohne Erfolg. „Wir sehen uns das nicht mehr lange mit an”, so El Brez wörtlich. Auch die Ankündigung des Vorstandes, das Ödmannsche Leben im Theateratelier mit einer Kamera zu begleiten und im Offenen Kanal zu veröffentlichen, machte auf die Besetzer keinen Eindruck. Ödmann wörtlich: „Wann isch vor die Tür geh werd isch von dutzende von Kameras erfasst. Da kommts uff die hier drinne auch net mehr an. Un ausserdem: Mir hawwe kei Geheimnisse…”

Der Verein erwägt jetzt Abende einzurich­ten, bei denen auf den Zuschauerrängen Gäste Platz nehmen und am Alltag von Familie Ödmann im Theateratelier teilhaben können. „Die zahlen keine Miete. Also müssen wir sehen, wo wir bleiben. Und diese Reality Show sprengt wahrscheinlich alle bisher gesteckten Grenzen”, so die namentlich ungenannt bleiben wollende Futtermutter, die selbst den Ödmanns ein Süppchen bringt, wenn es ganz eng wird.

Was kommt da auf uns zu? Wir dürfen gespannt sein! Tanken sie mal drüber nach. Denn: „Wir wünschen der Zukunft alles Gute!”

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»Das Theateratelier als Fernsehstudio« (04.04.2006)

Dreharbeiten für Ödmann TV haben begonnen

Offenbach (dk). Oberchefsprecherin Dagmar Offenhoff setzt an: „Guten Abend! In der Gemeinde Lobelitz im Kreis Schwankebold haben Unbekannte gestern Abend dem Müll eine Abfuhr erteilt…“ Abbruch. Die Triebwerke eines Airbusses im Landeanflug dröhnen in den Kopfhörern genauso laut wie die Sätze der Nachrich­tensprecherin. Abwarten. Neuer Versuch. Diesmal klappt es. Doch mit ständigen Unterbrechungen müssen die Produzenten von Ödmann TV leben. Wenig später die Pausenklingel der Eichendorffschule, dann Trubel auf dem Schulhof. Keine Chance für Tonaufnahmen. Eine regelrechte Geduldsprobe. Die Zeit wird genutzt, um zwischen Stromkabeln und Requisiten, die den Boden im Theateratelier bedecken, das nächste Set aus rund hundert Nachrichten zusammenzustellen. Wo passen Fotos dazu? Welche Meldung eignet sich für die Einspielung einer Reportage? Wer übernimmt dabei welche Rolle?

Die Bandbreite der Möglichkeiten zur facettenreichen Ausgestaltung mehren sich während der Arbeit. Ideeninflation im Theateratelier. Das Abtasten der Einfälle auf Realisierbarkeit ernüchtert zuweilen. Und es heißt Abschied nehmen von manch schönem Einfall. Doch die Fantasie fliegt weiter und es bleibt genug übrig, was im Rahmen dieser „No Budget“ Produktion umgesetzt werden kann.

Lustvoll auch die Foto-Shootings, bei denen die Figuren aus den Offenhoffschen Nachrichten zum Leben erweckt werden. Der Ortsoberschutzmann, der Institutsleiter, die Gebrüder Stenz, Gräfin Drüse Dörgste und Prinz Paul, die Operndiva, der Kantinatsrat und der Konditionalrat nebst Generaldirektor und Mülltonnenbesetzer.

Perücken, Brillen, Anzüge, Krawatten, Perlenketten, Ringe und viel Schminke erwecken die Figuren der Nachrichten­sendungen zum Leben. Kurz nur. Denn kaum abgelichtet oder abgedreht wird der nächste Protagonist kreiert. „Schaut mal! Der könnte doch diese Jacke anhaben. Und diesen Hut…“ Einstimmig angenommen. Die Wände des Theaterateliers werden zu Straßenzügen, zu Firmenfassaden, zu Genlabors oder zum Konzertsaal, in dem die Diva lüstern auf dem Piano lümmelt. Der Hof der Bleichstraße 14 H wird zum Ordnungsbezirk von Wachtmeister Zachtel, wandelt sich zum Kleinstaat, in dem der Provinzfürst lächelnd für die Kamera posiert, oder der Fotograf findet eine Perspektive, die glaubhaft macht, dass sich der für schuldig befundene und verurteilte Betriebsleiter gerade auf dem Weg in die Haftanstalt befindet.

Die filmischen und fotografischen Ergeb­nisse überzeugen. Bei der gemeinsamen Durchsicht der Tagesproduktion gibt es Gelächter ohne Ende und immer wieder Erstaunen darüber, wie Bilder lügen können. Wer weiss das mittlerweile besser als wir. Und immer wieder drängt sich die Frage auf, wie oft Nachrichten in der Realität manipuliert werden, wenn das alles sooo einfach erscheint. Doch die Nachrichten sind nur eine von mehreren Säulen, auf denen die Ausstrahlungen im Offenen Kanal ruhen werden. Natürlich sind die Ödmanns roter Faden in Ödmann TV. Wo gestern noch ein Nachrichtenstudio stand, wird schon bald eine Ecke der Ödmannschen guten Stube entstehen, in der Gundula und Berthold vor laufender Kamera und in kleinen Häppchen ihre Sicht der Welt ausbreiten. Das geht natürlich nicht ohne Streit ab. Aber das versteht sich ja von selbst…

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